Google G Suite - Google Pendant zu Microsoft Azure DevOps?

Hallo Team, ich habe eine Frage zur G Suite.

Aktuell benutzen wir Microsoft „Azure DevOps“ (ehemals Team Foundation Server) zur Verwaltung von Eigenentwicklungen. Das Tool verwenden wir als Git-Server, für Aufgabenmanagement, Dokumentation, automatisiertes Testing und Pipelines. Gibt es in der Google-Welt ein Pendant dazu? Passend zu Firebase ergibt das ja Sinn. Oder setzt Google da auf „Dritt Anbieter“?

Viele Grüße und danke schon mal.

Dazu habe ich bei uns im G Suite Team nachgefragt und folgende (lange) Antwort bekommen:

Azure DevOps ist ja ein Sammelbegriff von verschiedenen Tools, deswegen muss ich das leider ein bisschen aufdröseln. Natürlich gibt’s aber die meisten Funktionalitäten hier wie da. Für Google sind allerdings konzeptionell G Suite und GCP voneinander zu unterscheiden.

  • G Suite ist eine Office-Lösung as a Service. Während die auch ihr eigenes Skripting mitbringt, und völlig transparent auch mit der größeren Cloud-Platform reden kann, ist G Suite primär für die Büroarbeit konzipiert.

  • Die Google Cloud Platform (kurz GCP) hingegen ist die Akkumulation aller Infrastruktur die Google für Entwickler und Admins bereitstellt. Siehe hier. Das wichtige sind für die meisten Anwendungsfälle die nicht in Analytics oder AI reinlaufen allerdings die Kategorien Compute, Storage/Database, und Networking.

  • Zusammen stellen die beiden die Marke Google Cloud dar. Was das ganze etwas verwirrend macht ist, dass G Suite rein technisch auf denselben Systemen läuft, wie du sie auch im Kontext der GCP erstehen kannst.

Das gesagt… Die Services, die dich interessieren sollten, sind zum Großteil in der GCP beheimatet. Da wären zu nennen:

  • Cloud Source Repos. Quasi git aaS von Google. Das hat den großen Vorteil, dass man die am einfachsten in Cloud Build einbauen kann - und um coole Features anderer Plattformen zu nutzen kann man ein Repo auch als mirror anlegen, zB von einem Github oder Bitbucket Repo (sowohl öffentlich als auch privat).

  • Außerdem hat das dann (wenn man möchte) auch wieder Integrationen ins Error Reporting, Logging (Stackdriver), und Tracing - sodass man auch Cloud-Anwendungen (bei Bedarf und nach entsprechender Konfiguration) debuggen bzw single-steppen kann. Siehe dazu auch Cloud Code.

  • Cloud Build. CI/CD pipeline in der Google Cloud. Das kann man super bei diversen Events triggern lassen, und Tests, Builds, und/oder Deployments anstoßen lassen. Diese sind dann wiederum extrem mächtig, da man quasi jeden Docker Container als Stage verwenden kann (und Google baut ein paar der nützlichsten als Cloud builders nochmal extra).

Wir wollen aber ein ganz ehrliches Bild geben:

  • Aufgabenmanagement kann die G Suite halbwegs okay, ist aber nicht darauf spezialisiert. GCP hat kein Projektmanagement-Tool. Wenn du zB Code Reviews (Pull Requests) oder Aufgabentracking (Ticketsystem) vornehmen willst, ist Googles Antwort an der Stelle, dass es Software gibt, die gut genug ist, dass es sich momentan für Google nicht lohnt, da Konkurrenz zu bauen. Github, oder die Kombi Bitbucket + Jira, sind dort deutlich erfahrener und einfach auch richtig gute Tools (wenn man mit ihnen umgehen kann).

  • Dokumentation ist ebenfalls eine Use Case, den GCP nicht mit einem zusätzlichen Tool bedenkt. Wenn du mehr Dokumentation schreiben willst als READMEs und Kommentare im Code oder in deinen APIs, zum Beispiel Benutzerdokumentation, dann ist hier auch die Antwort, dass ein anderes Tool eventuell besser passt. Als Knowledge Base würde mir zum Beispiel Confluence einfallen, oder um Anleitungen zu schreiben und zu veröffentlichen kann man je nach Use Case vielleicht auch Docs oder Sites verwenden.

Während man in GCP quasi alles machen kann, gibt es für die entweder kleinen oder besonders G Suite-nahen Anwendungsfälle aber auch noch APIs. Überhaupt bietet Google für so ziemlich alles APIs an. Allerdings ist es selten so einfach, unglaublich schnell und leichtgewichtig Ergebnisse zu erzielen wie mit Googles Apps Script.

Ein kleiner Tipp dazu: Es gibt ein super-praktisches Tool um diesen Code zu verwalten, das sich google/clasp nennt. Damit kann man TypeScript statt JavaScript schreiben, oder einfach nur seinen Code in einem Repo versionieren statt in Drive. Julian Felix Rost hat da auch schon mal den einen oder anderen Blog-Beitrag oder YouTube-Vortrag dazu veröffentlicht.

Zu guter Letzt noch, weil man das vielleicht auch nicht immer so auf dem Schirm hat, es aber ziemlich am Herzen liegt: Grundsätzlich hat Google ein ganz starkes Commitment für Open Source. Sowohl in den Produkten, die sie oft an die Community zurückgeben, als auch mit ihren Dienstleistungen, bei denen sie ganz stark darauf achten, vendor lock-in zu minimieren.



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